2012
01.24
Die Feiertage des chinesischen Neujahrfestes sind überstanden. Dem chinesisch-buddhistischen Glauben und Aberglauben nach wartet auf mich ein Jahr voller Prosperität. In der Neujahrsnacht bin ich unter einem Tisch in einem Tempel hindurchgeklettert und habe das massive Schwert eines Heiligen dreimal gestemmt. Alles diente dem Zweck im neuen Jahr größeren Wohlstand und größeres Glück zu erreichen. Chinaböller und traditionell malaiisches Essen runden die erste Nacht im Dachenjahr ab.
Nach kurzem Schlaf dürfen wir einem Löwentanz beiwohnen. Der Tanz des Löwen und laute rhytmische Trommelschläge sollen böse Geister vertreiben und dem Gastgeber Wohlstand bringen. Zum Abschied bekommen wir die typischen roten Umschläge, die ein symbolisches Geldgeschenk enthalten, und Mandarinen geschenkt. Die Mandarinen wiederum symbolisieren Gold, was wiederum für Reichtum steht.
Ob sich der Wohlstand in diesem Jahr bei mir vorstellen wird bleibt abzuwarten, aber immerhin bin ich jetzt um eine einzigartige Erfahrung reicher!
2011
12.31
Warum nur, müssen sich die Menschen am Ende eines jeden Jahres an die guten und schlechten Höhepunkte zurückerinnern? Vielleicht weil wir alle einen weiteren Tag brauchen um in Sentimentalitäten zu schwelgen. Vielleicht weil wir den Wechsel vom Alten zum Neuen gerne ritualisieren. Oder weil wir unsere eigene Vergänglichkeit gerne zelebrieren. Am Ende hat doch jeder seine eigenen Gründe für einen Jahresrückblick, und obwohl ich eine fundierte Abneigung gegen diese kitschige Tradition habe, möchte ich 2011 mit einigen Fotos der letzten 12 Monate würdigen.


Kommunismus vs. Kapitalismus: Moskau


Perle des Ostens: Dresden
Als ich das letzte Mal einen Jahresrückblick geschrieben habe, war es eher ein melancholischer Bericht über 365 Tage von eher mäßiger Qualität. Doch 2011 war insgesamt betrachtet ein Spitzenjahr! Trotz eher miesem Start, gab es traumhafte Urlaube, einen unvergesslichen Sommer, viele schöne Momente mit meinen Freunden und zum Abschluss eine Liebesgeschichte, die 2012 fortgesetzt wird.
Auch wenn 366 Tage bei vielen Abergläubischen als ein schlechtes Omen gewertet werden, und bei den Maya der Weltuntergang für 2012 vorhergesagt wurde, so glaube ich dennoch dran: 2012 wird super!
In diesem Sinne wünsche ich allen einen guten Rutsch!
2011
10.30
Es gibt Tage im Herbst an denen der natürliche Verfall stehenzubleiben scheint. Tage voll Sonne und Leichtigkeit.
Wenn seichter Wind das bunte Laub in den Bäumen in ein kaleidoskopisches Ballett verwandelt, zeigt sich die widernatürliche Schönheit dieser ambivalenten Jahreszeit. Lichter tanzen auf den leuchtenden Farben der Blätter und ihre durchdringenden Reflexionen gebären schattenlose Momente. Ein magisches Schauspiel, ein Freudentanz in gold und scharlachrot. Die ungewollte Trägheit dieser tage löst sich von den müden Herzen und weckt die Erinnerung an Frühling. Wie eine frische Knospe öffnet sich die Seele dem Sonnenregen, saugt sich voll mit der letzten Wärme, um den Winter zu überdauern.
Mit der Nacht legt sich wässriger Nebel über das schon tote Laub in den Straßen. Farben verblassen und verschwinden in der milchigen Opazität. Ein nüchternes Omen einer ungewissen Zukunft.
2011
08.24
Im Morgengrauen beginnt mein Abenteuer in der russischen Megametropole. Im Verkehr geht es chaotisch zu. Spuren sind zwar oftmals eingezeichnet, interessieren hier aber niemanden. Nicht nur der Standstreifen wird mitbenutzt, nein auch die Matschpiste rechts davon. So werden aus drei Fahrbahnen mal schnell fünf bis sieben. Aber das alles interessiert mich nicht – ich sitze schließlich nicht am Steuer! Völlig übermüdet lasse ich die Urbanität auf mich wirken: ein Urwald aus Plattenbauten.

Zitat: This is not city, this is village!
Schließlich angekommen in der Plattenbausiedlung-West werde ich von Gastfreundlichkeit regelrecht überschüttet. Die Mutter meiner Gastgeberin hat für mich einen Kuchen gebacken und zeigt mir nach ausreichender Verköstigung Kreml und Co. Besonders schön anzusehen und ein Wahrzeichen der Stadt ist die Basilius-Kathedrale. Von außen bunt, besticht sie im Inneren mit goldenen Ikonenbildern. Ein Männerchor sorgt für eine spirituelle und mystische Atmosphäre.

Karl Marx - die marx'sche Ideologie ist aus Moskau verschwunden - heute hütet er Tauben

Wachsoldat am Kreml - selbst die Schatten der Bäume scheinen militärische Haltung zu wahren

Marschall Schukow vor dem historischen Museum
Nach ausgiebigem Turi-Programm geht es in Begleitung meiner Leihmutti wieder zurück an den Stadtrand. Dank mangelnder Sprachkenntnisse auf beiden Seiten ist die Kommunikation etwas holprig, aber heiter und lustig. Ich lerne neue Vokabeln, wie Geschäft (магазин), Honig (мёд) und Gastarbeiter (Gastarbeiter).
Der Fernseher unterhält mich, während ich auf das Abendessen warte. Es läuft eine russische Kopie der Bundy Familie und schlecht synchronisierter Kommissar Rex…
Der Abend endet mit leckerer Borschtsch, gefüllten Kohlblättern, Salat und Sangria – ach, ja, Kuchen gibt es auch noch reichlich.
2011
08.19
Mit Aeroflot fliegen ist wie Busfahren – zumindest was den Stand der Technik angeht. Spätestens wenn man auf dem Rollfeld an den modernen Flugzeugen aus dem 20. und 21. Jh. vorbeifährt, wünscht man sich dann doch, man hätte sich für eine teurere und sicherere Airline entschieden. Wenigstens einige Dinge entsprechen auch beim russischen Billigflieger dem avionischen Standard: die männlichen Flugbegleiter sind definitiv schwul und der Kapitän bemüht sich nicht einmal deutlich zu sprechen (ob’s am Wodka liegt?).
Ich verübe emotionslose Nahrungsaufnahme an meinem wenig schmackhaften Aeroflot-Dinner. Während sich hier oben kulinarische Abgründe auftun, liegt die Welt da unten still und finster, und es scheint als hätte jemand überall weihnachtliche Lichterketten auf einem schwarzen Teppich verteilt.
PS: Ein wenig gelogen hab ich jetzt schon, denn das Flugzeug hat einen guten Eindruck gemacht – nur, dass nach der Landung alle geklatscht haben hat mich dann doch irritiert…

Flughafen Sheremetjevo
2011
01.16
Wieder mal ein herrlich sonniger Tag, der sich Abends mit einem besonders farbenfrohen Sonnenuntergang verabschiedete.

Ammersee bei Hersching

Ammersee kurz vor Sonnenuntergang

Ammersee bei Sonnenuntergang 01

Ammersee bei Sonnenuntergang 02

Ammersee bei Sonnenuntergang 03
2010
11.14
18°C, Sonnenschein, Wochenende… kann ein Novembertag schöner sein? Ja, am Schliersee.



2010
09.14
Ein kleiner Vorgeschmack auf die irgendwann folgenden Fotos aus meinem Italien-Urlaub:

Comer See

Luganer See